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Yahoo – Welch’ ein Drama!

geschrieben am 14.06.2008 von Stefan

Vor einigen Wochen sah es noch so aus als würde Microsoft per Übernahme der Web-Ikone Yahoo den Garaus machen. Inzwischen ist offenbar die Übernahme durch den Windows-Konzern geplatzt, doch Yahoos Zukunft ist alles andere als gesichert. Ganz im Gegenteil erinnert mich der Deal mit Google eher an einen Selbstmord auf Raten. Zwar leben Suchmaschinen in der Wahrnehmung der Nutzer von der Qualität ihrer Suchergebnisse, in Wirklichkeit aber sind die zur Anfrage passenden Werbeanzeigen das Lebenselixier von Google, Yahoo und Co. Wenn Yahoo nun künftig Anzeigen des Konkurrenten Google einblendet, heißt das nichts anderes als laut und deutlich hinauszuposaunen: “Google hat die besseren Werbeanzeigen!” Wieso sollen künftig Anzeigenkunden noch direkt zu Yahoo gehen, wenn ihre Google-Anzeigen sowieso auch bei Yahoo erscheinen?

Diese Entwicklung ist um so dramatischer, wenn man bedenkt, dass Yahoo vor fünf Jahren den Erfinder der Suchbegriffswerbung, Overture, übernommen hatte. Der Pionier, der die Milliardenumsätze von Google erst ermöglichte, gilt nun offenbar auch im eigenen Unternehmen nichts mehr. Mit dieser Bankrotterklärung hat sich Yahoo jegliche Chance verbaut, im klassischen Suchgeschäft auch nur ein wenig weiter an Google heranzukommen. Sollte Yahoo es aber schaffen, damit Ruhe einkehren zu lassen und neuen Entwicklungen wie etwa der mobilen Suche den eigenen Stempel aufzudrücken, dann wäre das ein geschickter Schachzug. Wird aber weiter herumgewurstelt wie seit etlichen Jahren, dann ist das Ende von Yahoo in der Tat nahe.

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