Telekom zieht sich aus deutsch-französischem Suchmaschinenprojekt zurück
geschrieben am 27.01.2006 von StefanWie die Süddeutsche Zeitung (SZ) heute unter Berufung auf einen Sprecher des Konzerns meldet, zieht sich die Deutsche Telekom AG aus dem deutsch-französichen Projekt Quaero zurück. Quaero war letztes Jahr vom deutsch-französischen Ministerrat auf Betreiben der französischen Regierung als ein europäisches Gegenstück zu Google initiiert worden. Mit dem Rückzug steht das Projekt derzeit ohne deutsches Führungsunternehmen da, denn die Bertelsmann-Tochter Empolis möchte sich laut SZ – anders als zuvor spekuliert wurde – lediglich als “Juniorpartner” an Quaero beteiligen.
Wie die SZ weiter berichtet, ist durch den Rückzug der Telekom der sowieso ehrgeizige Zeitplan für Quaero, bis 2007 eine Suchmaschine zu starten, gefährdet. Spekulationen zufolge ist nun die Siemens AG als deutscher Konsortialführer im Gespräch; dies ist naheliegend, da Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer über die von ihm letztes Jahr mit ins Leben gerufene deutsch-französische Arbeitsgruppe “Wirtschaftskooperation” einer der Wegbereiter des Projekts Quaero ist.
Quaero soll als moderne Internet-Suchmaschine neben Webseiten auch Multimedia-Daten wie Videos und Bilder durchsuchen können und verschiedenste Verfahren zur Textklassifizierung beherrschen. Der hohe Anspruch von Quaero als “Google-Killer” stammt in erster Linie von Seiten der französischen Regierung, die in Googles marktbeherrschender Stellung eine Gefahr für die europäische Kultur sieht.
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