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Die Abhängigkeit von Google-Diensten

geschrieben am 07.03.2008 von Stefan

Ich hatte gestern Vormittag ein interessantes Telefonat mit einem zwar technikaffinen, aber nicht extrem internetzentrierten Menschen. Unter anderem fragte er mich, ob ich denn keine Angst hätte vor einem eventuellen Missbrauch meiner Daten durch Google. Schließlich verwende ich ja GMail als meine primäre E-Mail-Anwendung. Nun bin ich in der Tat nicht begeistert davon, dass Google alles mögliche von mir weiß – oder zumindest wissen könnte; aber die Einfachheit der diversen Google-Angebote lässt mich das in Kauf nehmen. Und ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass irgendwann ein anderer Anbieter ebenfalls eine derart einfache Weboberfläche mit einer hervorragenden Suche kombiniert. Bislang hat das noch niemand geschafft.

Am Nachmittag dann aber musste ich eine andere, unangenehme Tatsache meines zunehmend aufs Internet, und vor allem auf Google ausgerichteten Arbeitsstils kennen lernen. Google war offline. Zumindest konnte ich Google von meinem T-Com-Zugang aus nicht erreichen; von einem meiner Webserver aus war das kein Problem. Auf die Suchmaschine konnte ich schnell verzichten; nun ja, schnell ist nicht ganz korrekt, ich brauchte doch einige Minuten, bis ich mich erinnerte, dass ich das Suchfeld meines Browsers einfachst auf “Yahoo” umstellen konnte. Aber von da an war das kein Problem mehr.

Schwieriger hingegen war es mit den E-Mails. Ich war von der E-Mail-Kommunikation abgeschnitten. Das war eine bittere Erfahrung. Und nun eben wollte Bloglines, mein nächster wichtiger webbasierter Dienst nicht arbeiten. Es gibt Tage, da erschrecke ich ob meiner Abhängigkeit vom Web.

Update: Wie ich eben sehe, hat Google vorgestern endlich seine API für Google Contacts vorgestellt. Damit wird es nicht mehr lange dauern, bis ich endlich meine Adressen in GMail mit meinem Handy oderwasauchimmer abgleichen kann. Ein weiterer Baustein, der die Nutzung der Google-Dienste wieder ein Stück einfacher macht.

Die Gründe, warum ich so sehr auf Online-Anwendungen setze, fasst Scobleizer so wunderbar zusammen:

I’m trying to get everything I do online because I want freedom from my computer. What do I mean about that? What happens if Linux comes out with a Macintosh killer? Or if I decide to get a Windows computer again? I want to just load one thing: Firefox and go to work.

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13 Kommentare

  • Michael Herrling
    7. März 2008 11:37

    Ich war auch schon ein paar Mal versucht, meine Maildienste komplett auf Gmail umzustellen. Aber genau diese “Onlineabhängigkeit” brachten mich von diesem Gedanken schnell wieder ab, denn ein uneingeschränkter Zugang zur Korrespondenz ist m. E. unverzichtbar.

  • Stefan
    7. März 2008 11:47

    Ich lade ja, natürlich nicht so regelmäßig wie ich sollte, die archivierten Mails via POP3 auf meinen PC runter, den ich dann, natürlich nicht so regelmäßig wie ich sollte, auf den Fileserver sichere. Damit habe ich zumeist das beste beider Welten: Ich kann online, u.a. auch über den GMail-Client auf dem Handy, auf meine Mails zugreifen, hab aber immer auch alles lokal gespeichert.

  • markus
    7. März 2008 12:46

    Habe auch mal einen Bericht dazu geschrieben:

    http://webtagebu.ch/2008/03/07/das-internet-ist-kaputt/

  • Stefan
    7. März 2008 13:05

    “Das Internet ist kaputt.” – Herrlich. Diesen Satz hat aber schon vor 10 Jahren der Kollege eines Freundes geprägt. Dieser Mensch arbeitete in einem Reisebüro und verlangte Hilfe von meinem Freund, weil das Internet kaputt sei. Denn er könne keine Mails mehr empfangen.
    Auch damals schon war das Internet natürlich nicht kaputt, auch die Mailserver werkelten brav vor sich hin. Was war passiert? Ausnahmsweise hatte er an diesem Vormittag keine einzige Mail erhalten, sein Posteingang war leer – also musste das Internet kaputt sein.

  • Horst
    7. März 2008 13:42

    Naja, neben Firefox kann man ja auch noch Thunderbird installieren. Beim Zugriff per IMAP kann man dann zumindest einen beliebigen Mailserver nehmen. Somit entfällt zumindest GMail.

    Ansonsten stimme ich voll zu. Aber nicht, weil ich evtl. mal das Betreibssystem wechseln will, sondern weil ich auch so an 3-4 verschiedenen Rechnern arbeite.

  • Stefan
    7. März 2008 14:11

    Die IMAP-Lösungen habe ich natürlich auch ausprobiert, aber ich fand die immer unangenehm. Irgendwie passten die nicht zu meinem Workflow. Woran genau das liegt, weiß ich nicht. Und ich habe immer noch keinen Mailanbieter gefunden, der in seiner IMAP-Lösung eine wirklich gute und schnelle Volltextsuche integriert hat. Warum z.B. fastmail.fm, bei denen ich eine zeitlang war, das nicht hinbekommt, verstehe ich nicht. Ich würde ja auch zahlen dafür.

  • asd
    10. März 2008 17:19

    “if Linux comes out with a Macintosh killer”

    goddamn mac amateurs; dont even know how to put ‘Linux’ in a sentence

  • Selbstmanagement - Erfahrungen eine Chaoten und die Hilfestellung eines neuen Buchs
    18. März 2008 10:56

    [...] meinem örtlichen Buchhändler, dessen Telefonnummer ich mir über Yahoo besorgte, da Google zu jener Zeit nicht erreichbar [...]

  • WebDesigner
    18. März 2008 12:31

    Hallo,
    ich bin schon seit Jahren bei GMail (war einer der ersten dort überhaupt) und kann nur gutes davon berichten. Ich habe noch kein einziges Mal erlebt, dass die GMail-Seite (oder irgendeine andere Google-Seite) “down” gewesen wäre. Ich habe sogar einen seperaten GMail-Account, den ich nur zur Datensicherung benutze. Wo sonst gibt es so viel Speicherplatz für lau?

  • tokam
    19. März 2008 00:44

    Google hat auch mittlerweile überall die Finger mit drin. Ein wirklich sehr großes Unternehmen, welches schon großes vollbracht hat.
    Aber ein zu großes Unternehmen mit zu viel Macht ist auch nicht immer gut.
    Der Google-Hipe bringt auch einige Gefahren und Risiken mit sich, welche unsere Privatsphäre und mehr bedrohen.
    Seht selbst:

    http://frogged.de/index.php?option=com_content&task=view&id=18&Itemid=34

  • agentur
    21. März 2008 09:44

    Der temporäre Verzicht auf Google trifft zur Suche nicht zu hart. Allerdings ist die Abhängigkeit von Analytics, Adwords und Adsense schwerwiegender. Sind diese Dienste nicht erreichbar, können im Einzelfall schon Schweißperlen auftreten …

  • rahsia internet
    28. Juni 2008 18:40

    Ich lade ja, natürlich nicht so regelmäßig wie ich sollte, die archivierten Mails via POP3 auf meinen PC runter, den ich dann, natürlich nicht so regelmäßig wie ich sollte, auf den Fileserver sichere. Damit habe ich zumeist das beste beider Welten

  • Webdesign im Saarland
    14. März 2009 12:00

    Seh ich genauso “agentur”. Auf den Google Mail dienst könnte man verzichten. Aber auf Dienste und Tools wie Adsende, Adwords, Analytics, Webmaster-Tools etc. leider nicht. Dazu sind diese viele zu mächtig

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