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Relaunch kills Rankings: Ein unfreiwilliges SEO-Experiment

geschrieben am 27.03.2012 von

Es war einmal ein Onlineshop, der in seinem umkämpften Thema richtig gut platziert war. Dieser Shop war mutig genug, just zu Beginn seiner Hauptsaison einen umfassenden Relaunch anzustreben. Dieser Relaunch wurde nun Mitte März tatsächlich durchgeführt. Besonders interessant daran aber war ein vermutlich unfreiwilliges SEO-Experiment, das die Betreiber damit verbanden. Denn auf dem alten Shop gab es eine Landingpage für ein Keyword, das höchst umkämpft ist – und diese Landingpage rankte dafür seit langer Zeit auf Platz 2. Und genau diese Landingpage fiel dem Relaunch zum Opfer.

Nun muss man manchmal alte Zöpfe abschneiden und die Väter des Web waren prophetisch genug, schon in der HTTP-Version 1.0 dafür eine Möglichkeit vorzusehen: die Weiterleitung. Doch unser Onlineshop wollte dieses Instrument aus unbekannten Gründen nicht nutzen; also bringt ein Aufruf dieser Landingpage heute eine 404-Fehlermeldung.

Da ich solche Experimente immer begeistert verfolge, hab ich die Ranking-Entwicklung dafür genau beobachtet:
19.03.2012: Relaunch, die Landingpage verschwindet
20.03.-22.03.2012: Google ist gnädig, die verschwundene Landingpage rankt noch immer auf Platz 2
23.03.2012: Nun ist Google überzeugt, dass die Landingpage auch längerfristig verschwunden bleibt und wirft die Seite aus dem Index. Damit verschwindet auch die Top-Platzierung. Die nächstbeste Seite dieses Shops rankt für den fraglichen Begriff übrigens irgendwo auf plusminus 100.

Natürlich ist der hier geschilderte Fall SEO-technisch alles andere als überraschend; verwunderlich ist nur, dass ein richtig gut platzierter Onlineshop einen solchen Anfängerfehler begeht. Deshalb möchte ich nicht ausschließen, dass Absicht dahinter steckt. Vielleicht hatten die Betreiber einfach Angst vor der angekündigten Überoptimierungsstrafe. Denn das Linkbuilding für die gekillte Landingpage war durchaus ambitioniert. Ob aber Ranking-Selbstmord aus Angst vor einer möglichen Strafe eine gute Strategie ist, muss die nahe Zukunft zeigen.

Update 30.03.2012
Offenbar ist nun dem Betreiber der Verlust der Seite aufgefallen. Denn seit gestern gibt es unter der Landingpage-URL wieder eine aufrufbare Seite, die notdürftig für das Keyword optimiert wurde: Die Seite besteht aus dem Navigations- und Header-Rahmen des CMS und einer entsprechenden Überschrift. Ich werde weiter verfolgen, ob und in welchem Umfang die Rankings dieser Seite wieder zurückkommen.

Update 02.04.2012
Google ist gnädig. Nur zwei Tage sind vergangen seit die alte Landingpage wieder erreichbar ist. Und schon hat Google die Rankings wieder hergestellt – jedenfalls fast. Ein oder zwei Plätze scheint die Aktion gekostet zu haben. Ob das aber mit dem zeitweiligen 404-Problem oder den derzeit besonders intensiven Wechselspielchen in den SERPs zu tun hat, ist natürlich schwer zu sagen.

27 Kommentare

  • Mark
    27. März 2012 11:00

    Man hätte auch warten können was passiert und vielleicht wäre ja auch nicht viel mehr passiert als im endeffekt jetzt der afll ist. Ich halte nichts von überzogenen Reaktionen auf irgendwelche Ankündigungen seitens Google. Das muss sich erst zeigen ob sie wirklich was unternehmen und wie sie Überoptimierung abstrafen.

  • Hendrik
    27. März 2012 11:08

    Wenn das Keyword Traffic und Sales generiert, wird kein Shop solch eine Seite mit Absicht mit einem 404 killen, nur weil sie Angst vor einer kompletten Abstrafung haben. Sollte die LP etwas übertrieben mit Links befeuert worden sein, hätten Sie eher Angst um genau die Landing Page haben müssen. Wenn ein Relaunch nicht sorgfältig und strukturiert durchgeführt wird, gehen auch mal ein paar Landing Pages verloren. Eine große Elektrohandelskette hat es erst kürzlich vorgemacht ;-) Grüße Hendrik

  • Markus
    27. März 2012 12:07

    “Rankingselbstmord” höre ich in diesem Zusammenhang zum ersten Mal; interessante These. Jedoch halte ich es für recht unwahrscheinlich. Tippe tatsächlich eher auf einen “Anfänger-Fehler” bzw. schlichtweg Naivität.

  • Alex
    27. März 2012 19:58

    Wenn die Vermutung zutrifft, dass man der geächteten Überoptimierung vorbeugen wollte indem man das Money Keyword auf dem Opfertisch darbot, dann prost Mahlzeit!

    Interessant welche Kreise die Überoptimierungabstrafungsvorankündigung von Matt zieht. All die Kunden mit bestenfalls SEO-Halbwissen rufen panisch an und fragen, ob denn Linkbuilding überhaupt noch eine Zukunft hat. Ich frage mich, ob sie nicht nur nicht verstanden haben – das ist verzeihlich – sondern auch nur halb hingeschaut / den Text nur überflogen haben.

    Naja, so gehen den SEOs und SEO-Interessierten jedenfalls vorerst nicht die Gesprächsthemen aus.

  • Daniel
    27. März 2012 21:14

    Die Überoptimierungsgeschichte ist doch wieder nur ein Hirngespinnst von Herrn Cutts. Als normaler SEO mit normalen Seiten wird man davon nicht betroffen sein, BASTA!

  • Sebastian
    28. März 2012 06:37

    “Ranking-Selbstmord” hat schon was. Aber die Geschichte ist echt sehr dubios, unverständlich solche Schritte…

  • Marcel
    28. März 2012 07:43

    Rankingselbstmiord – seeehr geil :-)

  • Jan
    28. März 2012 10:49

    Ich denke, dass ist schlicht “Schlechte Arbeit”. Eine gut gelistete LP zu opfern, nur wg. angeblicher Überoptimierung…kann ich mir nicht vorstellen. Dadurch schädigt sich der Shop mehr als wenn die Seite erhalten geblieben wäre. bzw. Weiterleitung. Darf man ungefähr wissen, welches KW? ;-)

  • Alex
    29. März 2012 11:35

    Ich denke, diese Landingpage wurde bestimmt vergessen und dann verschwiegen, da Landingpage relauncht werden sollte.

  • Andy von Check-SMS.de
    29. März 2012 19:40

    Naja, was nicht (mehr) existiert kann eben auch nicht gefunden werden. Am besten vielleicht den alten Content der Landingpage unter gleicher URL und Inhalt wieder online stellen und eventuell falls Abweichungen vorhanden sind die Besucher auf den Relounch hinweisen. Es ist nur wichtig, dass die Besucher nicht verloren gehen. Wenn man einmal oben war dann schafft man das auch ein zweites mal. :)

  • Chris
    30. März 2012 07:19

    Also ich verstehe die ganze Aufregung über Matt Cutts Aussagen nicht…was soll er denn sagen? Ja Spam und blackhat funktioniert super gut, macht weiter? :) Ganz locker bleiben ;)

    Und zu dem eigentlich Thema. Fail :)

  • Julia
    31. März 2012 10:48

    Das es ein Versehen war, hat sich dann ja scheinbar bestätigt. Die Wiederaufnahme nach einer Woche könnte dafür sprechen, dass ein Agenturwechsel stattfand und die neue Agentur die Landingpage nicht auf dem Schirm hatte, sofern sie in der internen Verlinkung vernachlässigt wurde.

  • Veranstaltungstechniker
    31. März 2012 12:29

    Wir sind vor kurzem auch mit dem kompletten Shop umgezogen und was uns von IT-Agenturen für Weiterleitungsmaßnahmen angeboten wurden waren erschreckend. Überteuert und Unverschämt! Hätte wir uns nicht selbst damit beschäftigt hätten wir sicher ebenso ein Beispiel sein können.

    Es besteht also die Möglichkeit an genau so eine Firma geraten zu sein.
    P.s. Unser Umzug brachte uns sehr viel Plus an Ranking und Keywords. – Es geht also!

  • Top 10 der Woche 13/12 « Wochenrückblicke
    1. April 2012 14:13

    [...] und das “ins htaccess” mit aufgenommen, schon klappt es dann auch mit dem SEO. Weiter…Ein unfreiwilliges SEO-Experiment – Es war einmal ein Onlineshop, der in seinem umkämpften Thema richtig gut platziert [...]

  • matthias
    3. April 2012 18:05

    Leider sind nicht alle shopbetreiber seo-fest, so dass dies häufiger passiert als man glauben sollte. oft verleiten einen ja werbeagenturen dazu, den shop zu relaunchen (damit er moderner wird) und zerstören dann jahrelange seo-arbeit. aber normalerweiser kann man dass schnell kitten, wenn man von den alten subdomains/ verzeichnisse umleitungen erstellt. aber auch dies setzten etwas know how voraus, was vor allem grafikern und webdesignern in diesem zusammenhang fehlt.

  • Daniel
    4. April 2012 09:27

    Es gibt einem doch schon zu denken, das sowas möglicherweise aufgrund Herr Cutts Worte über Überoptimierung passiert. Finster die aktuelle Situation.

  • Marco
    15. April 2012 14:51

    Nicht immer direkt verrückt machen lassen.
    Manchmal dauert es auch ein paar Wochen bis die alten Platzierungen wieder da sind.
    Ich habe auch schonmal nach einem Relaunch direkt massenhaft Plätze in den Serps gutgemacht.
    Kontinuierlich drannbleiben, ein 100% Rezept gibt es nicht.

  • knaXus
    19. April 2012 00:58

    SEO ist wie Zauberei, einigen muss es aber wohl eher wie ein Hexenwerk vorkommen (wenn man das so liest). Die Frage ist nur, wann Google es als schwarze Magie einstuft…
    Dann mache ich mich mal ans Werk…
    Danke für die Inspirationen.

  • Google bestraft übertriebenen SEO Linkaufbau mit Penguin Update » Google, Penguin Update, Pinguin, April 2012, 52 Änderungen, Seo Optimierung, Offpage, Linkbuilding, organischer Linkaufbau, Linkpakete kaufen, Landingpages, Ranking, Richtlinien, Keyword
    8. Mai 2012 14:22

    [...] haben angeblich vor Schreck schon selbst gut punktende Landingpages abgeschaltet. Man liest gar von Ranking-Selbstmord. Ein richtlinienkonformer und organischer Linkaufbau ist dieser Tage jedenfalls in aller [...]

  • Thobi
    9. Mai 2012 11:02

    Ich denke das kann sich der Shopbetreiber vielleicht 1-2 mal leisten. Es ist ja wichtig das Dokumente und Inhalte an ihrem Ort verbleiben oder zumindest umgelenkt werden.

    Ich verstehe nicht so recht warum man immer wieder hört das ein Shop nach einem Relaunch “absackt”. Zumeist liegt das doch daran, dass Pfade geändert und nicht weitergeleitet werden. Vielleicht verwendet man bei einem Shop-Relaunch mitunter auch ein neues System. Aber selbst dann sollte man doch wissen “welche Eisen man im Feuer hat” und woraus sich der Traffic im eigenen Shop zusammensetzt. Das ganze kann doch nur auf Unwissenheit oder Nachlässigkeit zurückzuführen sein und ist ein übler Anfängerfehler.

    Ich hätte gerne das konkrete Beispiel nachvollzogen …

  • Pascal
    11. Mai 2012 14:01

    Nun, ich bin kein SEO-Spezialist,doch habe ich mit meiner NEUEN (!) Website, trotz Optimierung, tatsächlich auch ein Rankingproblem.
    Die alte Website ( obwohl framebasierend) war über 5 Jahre lang in Google unter den Top-five zu finden. Die NEUE Website, (obwohl identische url) schffts einfach nich auf Seite 1. Im Gegenteil. Sie ist auf Seite 6 zurückgefallen.
    Es wurden nie irgendwelche “Suchmaschinentricks” angewandt.
    Keine identischen Inhalte, bzw. Duplikate, kein Keyword-Spamming, also nichts was “König Google” missfallen könnte. Sauberer Aufbau und korrekte Verlinkung. Trotzdem kommt sie nicht vom Fleck. Sie befindet sich zur Zeit auf Seite 6 bei Google.ch ( Ursprünglich Seite 1, wie erwähnt)
    Für mich ist das Ganze nicht nachvollziehbar. Meta-Tags, Keywords Description usw. habe ich online mit verschiedenen SEO-Testtools überprüft und meine Seten werden bei allen Online-Testtools als gut bis sehr gut bezeichnet. Ach ja, 1300 Backlinks habe ich ebenfalls.( überwiegend themenrelevat und teils zwischen PR3- PR4.) Ausgehende Links jedoch nur eine Handvoll.

    Meine neue Website verfügt über Page/Rank4 alle Unterseiten über Page/Rank3, was ja eigentlich auf einen gesunden Aufbau hindeutet.l Doch was nützt mir das, wenn ich das eigentliche Ranking stagniert ?

    Ergänzungshalber noch folgne Bemerkung: Verschiedene Unterseiten der ALTEN (!) Website, sind aber nach wie vor absolut topgelistst. Teils sogar auf Position 1 !!! (Gottseidank)
    Für mich wird Google wohl immer ein Rätsel bleiben.

  • Maria
    15. Mai 2012 19:32

    Interessanter Case, ich denke diese Situation ist auf die anfänglich fehlende 301er Weiterleitung zurückzuführen. Das die Domain selbst nach der Umleitung nicht mit den alten Rankings glänzen konnte, liegt vermutlich an den nicht zu 100% umgesetzten Onsitemaßnahmen. Wobei durch das Penguine Update auch einige Webseiten bzw. Onlineshops indentifiziert und abgestraft worden, die einen unnatürlichen Linkaufbau betrieben haben. Es bleibt abzuwarten wie sich weitere Google Updates die Qualität der Suchergebnisse niederschlagen…

  • Mano
    18. Mai 2012 19:52

    Momentan wage Ich überhaupt keine Spekulationen bezüglich der Ursachen aufzustellen. Das Penguin Updat scheint ja zumindest vorläufig noch nicht gut zu funktionieren und liefert in vielen Fällen Suchergebnisse Die nicht mit Matt Cutts Mantra von gutem Kontent korrespondieren. Wenn die Betreiber Ranking Selbstmord wegen zuviel Links gemacht hat würde Ich Dies etwas voreilig finden. Haben die Websites Die nun auf den vordersten Plätzen stehen so was denn nicht gemacht? Jeder hat doch jahrelang mehr oder weniger dasselbe gemacht. Und wenn nicht dann wahrscheinlich nur weil diese Leute es aufgegeben haben um auf dem betreffenden Keyword nach vorne zu kommen. Sind Diejenigen Die aufgegeben haben jetzt die Guten?

  • Mathias
    21. Mai 2012 11:10

    Egal was google bislang anstellte, wenn man Geduld hat (SEO Wissen und Erfahrung vorausgesetzt), schafft man es bei nahezu jedem Keyword gut platziert zu sein. Es dauert nur. Leider sehen viele nur SEO als offpage Optimierung. Wenn man seine Hausaufgaben nicht macht und seine Seite nicht schon intern optimiert, nützt auch die ganze Offpage Optimierung wenig. Aber das ist Fleiss und erfordert Geduld. Weiterhin sind die Links nur ein kleiner Teil des Allgorithmus, d.h. wenn der Rest okay ist, kann auch eine nicht so gute Linkpositionierung keinen gravierenden Schaden anrichten.

  • Ralf
    6. Juni 2012 15:12

    Rankingselbstmord. Momentan sind wir auch kurz vor einem Relaunch. Die meiste Zeit geht dafür drauf Link für Link zu kontrollieren damit es keinen Rankingselbstmord gibt.

  • Amerikaner
    7. Juni 2012 02:48

    Ein Pagerank ist schön und gut, ich hab seit 2 Jahren etwa eine Sedo Parkingseite, die PR:4 hat, aber ranken tut die trotzdem nicht, was ja auch ok ist.

    Grüße aus Amerika
    Mike

  • Zauberei
    11. Juni 2012 09:09

    Gerade jüngst hat Google ja die Kriterien für ein gutes Listing wieder verändert! Das ist ja zwar ihr gutes Recht, jedoch verfolgt die Welt der SEOs dies mit Argus-Augen! Viel fataler als die Änderung der Regeln wäre, wenn – wie für etwa zwei Tage der Fall – die Adwords-Inserate nicht mehr hervor gehoben würden… So ist ein erster Platz für den Otto Normalverbraucher plötzlich nur noch ein vierter Platz… Das wäre – aus meiner Sicht – die Grenze des noch Legalen…

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