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Onpage-Optimierung völlig bedeutungslos?

geschrieben am 01.03.2012 von

Einige Aussagen im Artikel “Websites in the Small — Wie man KMU-Webseiten erfolgreich macht!” in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Website Boosting haben für Aufregung in der SEO-Szene gesorgt. Darüber braucht sich auch niemand zu wundern, der Onpage-Optimierung als “Pseudo-Argument” im “Eigeninteresse von Dienstleistern” bezeichnet. Und weiter: Die Google-Updates der letzten Zeit hätten gezeigt, dass “die On-Page-Optimierung schon in naher Zukunft nahezu völlig bedeutungslos sein wird”.

Das Interessante an diesem Fazit ist, dass der Artikel zuvor fast ausschließlich von Onpage-Optimierung handelt. Die beiden größten Abschnitte sind überschrieben mit “Ein gutes Inhaltskonzept” und “Ansprechende Texte” — genau das ist Onpage-Optimierung. Auch ansonsten ist der Artikel durchaus lesenswert und die Ratschläge sind für KMUs wirklich zu empfehlen. Wer sich daran hält, wird eine gute Homepage bekommen; zumindest wenn er noch das im Artikel leider nur gestreifte Thema “Call-to-Action” berücksichtigt.

Doch wie kommt es zur eingangs zitierten vollen Breitseite gegen Onpage-Optimierung? Ich habe den Eindruck, dass die Autoren einen sehr engen (um nicht zu sagen: verengten) Blick auf Onpage-Optimierung haben. Wer unter Onpage-Optimierung versteht, sich tagelang den Kopf über H1 oder H2 zu zerbrechen, für den mag Onpage wahrlich “zahnlos” sein. Die Wirklichkeit real existierender Websites von KMUs sieht aber ganz anders aus. Ich habe eben eine Website vor mir, die für Parkett ranken soll; doch gibt es keine einzige Seite auf der Website, die auch nur annähernd für Parkett optimiert wäre. Das Ergebnis ist natürlich pure Unsichtbarkeit.

Natürlich könnte man diese Website zupflastern mit Links; macht man dies aber richtig und gut, so wird das teuer. Es ist doch vielmehr die Konzentration auf Offsite-Optimierung, so wie im Artikel empfohlen, was im Eigeninteresse von (uns) Dienstleistern liegt. Linkbuilding beschert uns, im Übrigen völlig zurecht, kontinuierliche Verträge. Eine gute Onpage-Arbeit ist hingegen extrem preisgünstig, aber trotzdem langfristig wirksam.

Wenn ein KMU also wenig Geld für SEO ausgeben möchte, dann ist es gut beraten, dieses Geld in die Onpage-Optimierung zu investieren. Denn die Erfahrung zeigt: Gerade im regionalen Umfeld können kleine Unternehmen selber so viele Links aufbauen, dass sie für regionale Keywords vorne ranken — so lange die Website inhaltlich sauber optimiert wurde.

17 Kommentare

  • Frank
    1. März 2012 09:06

    Ich war wirklich erstaunt, dass dieser Satz vor mir niemandem aufgestoßen zu sein scheint. Da du jetzt eine “richtige” Replik geschrieben hast, kann ich mir dies jetzt sparen :)

  • Michael Sinnhuber
    1. März 2012 09:24

    Ich hab den Artikel in Website-Boosting vor einigen Tagen auch gelesen und traute fast meinen Augen nicht. Da wir selber hauptsächlich KMU Kunden betreuen, kann ich mich nur voll und ganz den Aussagen dieses Postings anschliessen. SEO mit kleinem Budget fängt immer mit einer ordentlichen Onpage Optimierung an und dann kann man weitersehen. Mit ersten Erfolgen durch die Onpage Optimierung kann man den Kunden dann auch leichter von weiteren sinnvollen Aktivitäten überzeugen.

  • Stefan
    1. März 2012 09:30

    @Frank, Ich trage die Website Boosting seit einer Woche mit mir rum, hatte aber noch nicht drin gelesen. Am gestrigen SEO-Stammtisch wurde ich dann darauf aufmerksam gemacht – die Niederbayern-Kollegen sind wohl auch über dich darauf gekommen. Danke!

  • Steffen
    1. März 2012 09:50

    Ich muss die Website Boosting auch mal aufmachen – bisher habe ich auch nur den MediaMarkt-Artikel überflogen. Man kommt aber auch zu nichts mehr.

    Meine Meinung zum Thema: OnPage wird wohl kaum an Bedeutung verlieren.

  • Sascha
    1. März 2012 10:45

    Ich denke, dass man ganz klar unterscheiden muss was OnPage Otimierung bedeutet. Für den KMU heißt es im ersten Step, dass seine Seite überhaupt gefunden wird. Für ein Newsportal, welches einen neuen Themenbereich einführt ist es wichtig interne Verlinkungen aus den alten beiträgen zum neue Them zu setzen. Für B2B Unternehmen, so wie wir sie betreuen, ist es der Prozess der Seitenveränderung, der OnPage optimierung genannt wird. Also ein Werkzeug in der Redaktion.

    Im Übrigen: Auch OnPage Massnahmen verschaffen richtig gute Verträge. Denn jeglicher Content kann dauerhaft verbessert werden. Auch hier gilt die Faustregel: Immer den gesamten Zusammenhang betrachtem anstatt einzelne Maßnahmen herauszupicken und diese dann totzuschreiben weil es nix gebracht hat.

  • Webtronix Webdesign
    1. März 2012 15:22

    Gerade viele KMU-Webseiten bieten Potential pur für Onpage Optimierung die nebenbei auch einen positiven Aspekt für die Usability einer Website hat. Und gerade für lokale Suchbegriffe wie “Dienstleistung Ort” bringen Onpage Optimierungen einen enormen Sprung nach vorne. Interessant nebenbei auch das es aktuelle Diskussionen über die Abschaffung des Linktetxtes als Rankingfaktors gibt… SEO (On- und OffPage) ist und bleibt ein spannendes Thema mit viel Bewegung.

  • Felix
    1. März 2012 17:58

    Lustig. Onpage-Optimierung bringt nix mehr, Linkanker sind auch wertlos und Links im Ganzen kann man sich auch schenken. Je nach Quelle sind mittlerweile alle SEO-Faktoren sinnlos geworden :-D

  • Tino Niggemeier
    1. März 2012 22:57

    Onpage ist aus meiner Sicht die Pflicht, der Rest ist die Kür. Und die Kür bringt die Punkte – und den 1. Platz ;) In den Bereichen, in den wir uns bewegen ist weiterhin eine gute HTML-Struktur bis hin zur Keyword-Dichte an richtiger Stelle (Title, H1-Hx, Paragraph …) für den Erfolg eine wichtige Voraussetzung. Die Aussage in diesem Artikel erscheint mir recht verkürzt.

  • Franz
    1. März 2012 23:46

    Hallo!

    Ich hatte die “Website-Boosting” neulich auch in der Hand und bin ebenfalls über die Aussage gestolpert, Onpage-Optimierung würde in naher Zukunft völlig bedeutungslos werden. Da habe ich aber andere Erfahrungen gemacht. Gerade bei Blogs habe ich nach eingehender Optimierung der Ladezeit, der HTTP-Requests, der Texte usw, signifikante Rankingsteigerungen feststellen können, vor allem im Long-Tail Bereich. Ja nachdem, welche Nische man bedient, kann man also allein schon durch eine gute Onpage-Optimierung hohe Platzierungen erreichen. Ich teile Stefans Meinung, dass gerade kleine Unternehmen im regionalen Umfeld besonders Wert auf eine gute Basis in Form anständiger Onpage-Optimierung legen sollten.

    Vielen Dank auf jeden Fall für den guten Artikel.
    Viele Grüße!

  • Mario Fischer
    2. März 2012 09:15

    OnSite Optimierung kann doch eigentlich gar nicht an Bedeutung verlieren. Wenn es unwichtig für das Ranking ist, wie man was wo auf eine Seite schreibt, wie soll dann Google die Relevanz beurteilen. Klar gibt es auch externe Faktoren wie Ankertexte, Soschlmedia”Signale”, aber ohnen eine Inhaltsanalyse einer Seite kann doch nicht festgestellt werden, um was es dort hauptsächlich geht! Ist nur ein schmales Budget vorhanden, muss man meiner persönlichen Ansicht (!) nach gut überlegen, was man macht. Es gibt nat. auch die Möglichkeit, nur die Startseite für einen wichtigen Begriff zu “onpagen” ;-) und mit dem Restbudget lieber für ein paar gute, passende Links zu sorgen. Man kauft ja auch nicht nur eine Auto oder nur Benzin. Lieber weniger fahren, aber beides… Meine Meinung.

  • Thobi
    2. März 2012 11:27

    Ich finde es überzogen zu behaupten, dass die Onpage Optimierung in naher Zukunft völlig bedeutungslos sein wird. Das würde ja dazu führen, dass Google nicht mehr schaut was auf einer Zielseite vorhanden ist. Die Relevanz einer Seite zu bewerten ohne zu schauen was auf der Seite in welcher Form strukturiert vorhanden ist wäre schlichtweg vergleichbar mit der “Katze im Sack kaufen” und daher wenig seriös.

    Natürlich muss es eine Grundlage auf der Seite geben. Ich denke, dass die Markup-Struktur der Seiten an Bedeutung verliert während die interne Verlinkung an Bedeutung gewinnt. Und letztlich sagte ja Mario Fischer in seinen Büchern “Content is King”. Nun bin ich nicht sicher ob er damit ausdrücken wollte, dass vor allem Inhalte außerhalb der Seite wichtig sind und zu einem guten Ranking zu gelangen. So scheint es doch nur natürlich zu sein, dass ein einzelner Text durch viele Erwähnungen von außen an Relevanz gewinnt. Das bedeutet m.E. das Inhalte zu mindestens 80% außerhalb der Seite platziert sein müssen. Wenn man wirklich guten Inhalt hat wird dieser gerne verlinkt. Es sollte das Ziel sein gute Inhalte auf der eigenen Seite zu platzieren der durch eine natürliche Verlinkung von außen eine gewisse Relevanz erreicht.

  • Sigrid
    2. März 2012 11:28

    Kann dir nur beipflichten. Es gibt Sites, da müsste Google schon ein Mensch sein, um erahnen zu können worum es geht. Google braucht deutliche Anhaltspunkte auf der Website um sich auf der Site zurecht zu finden und sie thematisch einordnen zu können, sonst taugen all die Links nicht viel für die gesetzen Ziele.

    Ich finde dein Beispiel interessant. Du würdest so einem Kunden – der wenig Geld ausgeben möchte – also eine Onpage-Optimierung machen / eine Anleitung schreiben und Consulting / Schulung zu Content und zum Linkaufbau anbieten? Ich hab z.B. einen Kunden, über den deutschlandweit einiges geschrieben wird, aber er bekommt es nicht hin, dass in Artikeln auch ein Link zu seiner Seite erscheint. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihm das überlassen sollte, es fehlt am Verständis und an der Zeit. Da gehen einfach zu viele Chancen verloren. Im regionalen Bereich ist das nicht viel anders. Wie gehst du vor? Erarbeitest du eine ausgefeilte Strategie, schulst und überprüfst den Erfolg?

  • Wird die On-Page-Optimierung bedeutungslos?
    5. März 2012 06:05

    [...] die Struktur des Webseiteninhalts. Durch Website-Boosting ist die Frage aufgeworfen worden, ob die On-Page-Optimierung bald völlig bedeutungslos sein wird. Dem soll hier genau wie bei Stefan Fischerländer entschieden widersprochen [...]

  • Linda
    23. März 2012 08:51

    Danke schon einmal für die On Page Optimierung -> eine super Definition.
    Ein super Tipp!

  • Marco
    31. März 2012 09:01

    Die Onpageoptimierung ist ein Grundfaktor den man einfach mitbeachten muss.
    Was mit vielen Links zu erreichen ist, bringt natürlich die beste Onpage Optimierung nicht.
    Wenn man ganz nach vorne will und auch da bleiben will, kommt man um eine vernünftige Onpage Optimierung nicht herum.

  • Bela Mutschler
    10. April 2012 07:57

    Unsere Aussage in der aktuellen Ausgabe von “Website Boosting” war tatsächlich missverständlich und in ihrer (nicht beabsichtigten) Absolutheit auch falsch. Ich habe deswegen meine Aussage in einem Blogartikel relativiert und präzisiert:

    http://www.die-webseitenverbesserer.de/mutschler-s-ecke/aktuelle-suchmaschinen-trends-wird-on-page-optimierung-zukuenftig-bedeutungslos/

    Ich möchte schließlich auch noch betonen, dass die Aussage meine/unsere persönliche Sichtweise darstellt, nicht die von Website Boosting.

    -Bela Mutschler

  • Mario
    11. April 2012 19:49

    On Page Optimierung bedeutet ja nicht nur texten. Ein paar Backlinks bewirken ja meistens schon große änderungen im Ranking. 12 webkatalog einträge, 20 bookmarks, 40 blogkommentare und ein paar Artikel verzeichnisse sind schnell gemacht und bewirken wunder. Ich bin kein seo doch habe mit ein bisschen zeit und wissen, das ich mir angeeignet habe, wirklich erstaunliche Ergebnisse erzielen können.

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