Google – das neue Microsoft?
geschrieben am 18.08.2006 von StefanDas faktische Ende des AJAX-basierten Webkalenders Kiko, nimmt Dharmesh Shah in seinem Blog zum Anlass, einige Lektionen für Web-Startups zusammenzustellen.
Als erste und damit wohl wichtigste Lektion sieht Shah die Erkenntnis, dass “Google das neue Microsoft” darstelle: “Früher versuchten Softwarefirmen, Microsoft nicht in die Quere zu kommen. Das ist zwar auch heute noch so in manchen Bereichen, aber Google ist der ernsthaftere (und unheimlichere) Konkurrent. Durch die Einführung von Google Calendar hatte Kiko keine Chance mehr mit seinem ursprünglichen Geschäftsmodell.” Deshalb empfiehlt Shah in seinen weiteren Lektionen, “realistisch und wirklich ängstlich zu sein”, wenn Google “wie ein Zug auf einen zurast” und einen “Plan B” zu haben.
Die interessanteste Lektion allerdings lautet: “Selbst mit Web 2.0 rettet dich deine Bekanntheit nicht”. Kiko wurde mehrmals auf Slashdot hervorgehoben und vom MIT Technology Review besprochen, hatte mit Y Combinator einen renommierten Kapitalgeber und bekam so viel vom Web 2.0-Hype ab. Trotzdem werden auf der eBay-Verkaufsseite keine Zahlen registrierter Nutzer genannt und als Wert wird die Programmierleistung und die Domain prominent herausgestellt.
Ein Blick auf die Besucherauswertung, die Kiko in seinem eBay-Listing darstellt, zeigt denn auch, warum: Der Online-Kalender brachte es nur auf magere 40.000 Besuche im Monat. Runtergebrochen heißt das, kaum mehr als ein paar Tausend Nutzer nutzten Kiko tatsächlich. Für einen kostenlosen Dienst ist das schon recht bescheiden. Kommt dann noch ein Koloss wie Google mit einem ebenfalls kostenlosen Angebot daher, ist das Ende vorgezeichnet.
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