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Google Page Creator – ein Homepage-Baukasten

geschrieben am 23.02.2006 von Stefan

Kürzlich berichtete ich hier über einen Homepage-Editor, den Google angeblich anbieten möchte. Nun ist dieser AJAX-basierte Baukasten tatsächlich schon veröffentlicht worden: pages.google.com. Um den Editor zu nutzen, benötigt man derzeit einen GMail-Account.

Die Benutzung ist relativ einfach, wenn auch die Anwendung derzeit noch etwas langsam läuft und somit träge wirkt. Hervorzuheben ist, dass der Google Page Creator validen Code nach XHTML 1.0 Strict-Standard erzeugt; allerdings erscheint ein mehrere hundert Zeilen langer und etwa 10KB großer CSS-Bereich in dem an sich recht schönen Code etwas deplatziert. Die Auslagerung in eine externe CSS-Datei erschiene mir sinnvoller. Ich habe unter fischerlaender.googlepages.com eine Testseite zum Begutachten bereit gestellt.

Neben den üblichen HTML-Auszeichnungen und -Formatierungen wie Überschriften, Absatzausrichtung oder Textfarben, bietet der Page Creator vier verschiedene, spaltenbasierte Layouts zur Auswahl. Diese können mit mehr als vierzig vordefinierten Farbschemas kombiniert werden und bieten so eine große Vielfalt an Darstellungsmöglichkeiten. Natürlich können auch Links und Bilder eingebunden werden und für den Experten steht auch ein Modus zur Bearbeitung des HTML-Codes bereit. Links zu möglichen Unterseiten fügt der Editor derzeit nicht automatisch ein, so dass also die Navigation händisch erstellt werden muss; eine Aufgabe, die fehlerträchtig ist und schon mit wenigen Unterseiten ausufern kann. Hier bietet jedes einfache Blogtool oder auch jedes Wiki mehr Funktionalität. Die verfügbaren 100MB Speicherplatz hingegen sind mehr als ausreichend für die Zielgruppe des Angebots, eine Zugriffsmöglichkeit per FTP besteht nicht.

Spannender als die technischen Möglichkeiten des Google Page Creators ist die Frage, was die Suchmaschine aus Kalifornien sich von diesem Projekt verspricht. Wie bei Googles Blogservice blogger.com und auch bei Google Base, erscheinen die Inhalte dieses Editors unter einer Google-Adresse. Google stellt also mehrere Tools zur Verfügung, die dazu dienen, Inhalte zu erzeugen, die exklusiv für Google bereit stehen. Setzen sich diese Dienste durch, ist Google Herr über wesentliche Informationen und könnte diese im Extremfall der Konkurrenz vorenthalten. Ob dies pure Spekulation oder vielleicht doch Strategie ist, mag die nähere Zukunft zeigen.

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